Römisch-Katholisches Pfarreigebäude, St.Maria Ins
| Bearbeitung | 2016 |
| Programm | Ersatzneubau |
| Projektstatus | Projektwettbewerb im offenen Verfahren |
| Co-Autor | Bálint Rigó Architekt SIA |
Im Rahmen einer Bestandesplanung aller Liegenschaften der römisch-katholischen Kirchgemeinde Seeland-Lyss wurde für die Anlagen in Ins ein erheblicher Sanierungsbedarf festgestellt. Da zudem die Pfarrwohnung künftig nicht mehr genutzt wird und die Anforderungen an die Gemeinderäume den neuen Bedürfnissen angepasst werden müssen, hat sich der Kirchgemeinderat für einen Ersatz bzw. Teilersatz des bestehenden Kirchgemeindehauses entschieden. Gefragt sind in Zukunft vor allem grosse, flexibel nutzbare Räume wie Saal, Foyer und Schulzimmer.
Für eine Kirche ungewöhnlich von der Straße zurückgesetzt, erhebt sich der Baukörper mit souveräner Wirkung. Mit seiner abstrakten Gestaltung (Peter Travaglini, Hugo Götschi) hebt sich der Sakralbau deutlich von seinen Nachbarn ab. Die eigenständige, in sich geschlossene Formsprache der Kirche erschwert einem, sich dazu eine schlüssige Erweiterung vorzustellen.
Wenn man den Fokus auf die offene Raumgestaltung zwischen den Gebäuden legt, löst sich der scheinbare Widerspruch zwischen Tektonik und Raumbezügen auf. Die leichten Holzdecken, die die beiden Bauten in eine neue, klar hierarchische Einheit verbinden, schaffen offene und geschützte Zwischenbereiche, die Platz für Begegnungen bieten. Hier befindet man sich auf der Schnittstelle zwischen profanen und sakralen Räumen sowie der symbolisch aufgeladenen Gartenanlage, die an die mittelalterlichen Klosteranlagen erinnert. Zwischen dem «Gotteshaus» und dem Gemeindehaus entsteht ein geschützter Garten, der als Übergang zwischen den unterschiedlichen Handlungen und Tätigkeiten rund um die Kirche und die Gemeinschaft wirkt. In diesem Sinne verstehen wir den verbindenden Kreuzgang als räumliche Erweiterung des Gemeindesaales, der aber kein Hof oder profane Agora ist, sondern ein sakraler Gartenteil, der uns jeden Moment über die Schönheit und Perfektion der Schöpfung reflektieren lässt.